Fluglehrer-Lehrgang in Saal: Von pyrotechnischen Rettungsgeräte bis zur ersten Hilfe

Foto: Hanns Friedrich
Foto: Hanns Friedrich

Aus ganz Bayern, vorwiegend aus Mittel- und Unterfranken trafen sich am Wochenende Lehrberechtigte im Luftsport am Flugplatz in Saal an der Saale. Grund dafür war ein so genanntes Auffrischungsseminar, das im Turnus von drei Jahren durchgeführt werden muss. Themen wie Umgang mit pyrotechnischen Rettungsgeräten oder Regionale Lufträume und die neue EU Verordnung für den nichtgewerblichen Luftverkehrsbetrieb standen zur Diskussion Da ging es um den Deutschen Wetterdienst und hier um Wetterkunde oder auch um Erste Hilfemaßnahmen bei einem Unfall. Martin Hansen aus Zeil und Günter Goller aus Kitzingen, beide sind Bezirksflieger hatten die Leitung. Die Organisation hatte der Flugsportverein Grabfeld übernommen.

Natürlich wurde bei entsprechenden Bedingungen auch geflogen, um die Gegend des Grabfeldes auch einmal, zumindest aus der Luft, zu erkunden. Zunächst aber standen der praktische Erfahrungsaustausch, Methodik Flüge und als praxisbegleitendes Angebot der Umgang mit pyrotechnischen Rettungsgeräten bei Flugunfällen auf dem Programm. So sind zum Beispiel moderne, aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge für extreme Notfälle, die Kollision mit einem anderen Flugzeug in der Luft oder technischem Defekt, die einen Weiterflug oder eine Notlandung unmöglich machen, mit einem sogenannten “Rettungsgerät” ausgestattet. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem an der Trägerkonstruktion  befestigten Fallschirm und einer Rakete. Durch eine Reißleine wird eine Zündvorrichtung ausgelöst, die durch eine sogenannte Sollbruchstelle im Dach des Flugzeugs geschossen wird und dabei den Fallschirm aufzieht, womit das Fluggerät langsam zu Boden sinkt.

In einem Erste Hilfe-Auffrischungskurs von Rettungsassistentin Andrea Friedrich (BRK Rhön-Grabfeld) gab es dann Informationen was im Fall des Falles im Bereich Erste Hilfe zu tun ist. Natürlich hatte sie nicht nur entsprechende Lehrfolien dabei, sondern gab den Teilnehmern auch die Möglichkeit an einer Puppe die Wiederbelebung durch die Herzdruckmassage zu üben. Wie wirkt sich Doping auf das menschliche Leistungsvermögen und vor allem die Flugsicherheit aus. Dazu gab es anhand einer Power-Point-Präsentation Informationen von Rainer Hubert. Ein Thema, das übrigens seit Jahren auch im Flugbetrieb eine Rolle spielt, weshalb es hier immer wieder Kontrollen gibt. Der Referent ist Bezirksvertreter der Segelflugkommission. Das Wetter und Wettervorhersagen spielen beim Luftsport natürlich eine wesentliche Rolle. Dazu hatte Andreas Brunnquell vom Deutschen Wetterdienst aktuelle Informationen parat.

Beim Auffrischungsseminar am Flugplatz in Saal ging es um den Einsatz moderner Navigationssoftware in der Segelflugausbildung und um Check- und Auffrischungsschulflüge. Hier stand die Frage, wie effektiv sie in der Praxis sind. Interessant das Thema “Regionale Lufträume Frankfurt/Nürnberg”. Hier geht es um entsprechende Regelungen im Luftverkehr für Segelflugzeuge. Dazu war Angela Bourhofer von der Deutschen Flugsicherung nach Saal gekommen. Letztendlich erfuhren die  45 Teilnehmer noch mehr über die neue EU-Verordnung 800/2013. Hier bei geht es um einen reibungslosen Übergang und ein einheitliches hohes Niveau der Sicherheit der Zivilluftfahrt in der Europäischen Union.  Referent war Peter Wiggen. Da der Flugsportverein Grabfeld in Saal an der Saale Mitglieder des Luftsportverbandes Bayern ist, waren die Flieger diesmal an der Reihe das Seminar durchzuführen.

Autor: Hanns Friedrich